Ein Beitrag von Ruggero

September 2018

Wenn die Firmenkultur so schwer auf die Gemüter drückt, dass die Menschen aufgeben

Druck im Arbeitsumfeld macht krank! Das wissen wir bereits aus vielen Studien und Beispielen. Ich denke an die jährlichen Mitarbeitergespräche an denen der Bonus geknüpft ist, ich denke an Jahresziele die unmöglich zu erreichen sind, ich denke an Abläufe die schon längst veraltet sind, vereinfacht werden könnten und trotzdem tabu sind, ich denke an Kontrollfreaks als Vorgesetzte, ich denke an Mitarbeitende die längst aufgegeben haben und einfach nur noch das tun was ihnen aufgetragen wird und ich denke an die, die bereits so abgeschliffen sind, dass sie vor Angst um ihre Existenz nach der anstehenden Restrukturierung wie gelähmt sind.

Ja! Wir können es noch lange schön reden aber ich treffe solche Beispiele jeden Tag in so vielen verschiedenen Organisationen an, dass er schon langsam in der Brust zu schmerzen beginnt. So verdammt viel Potenzial das da wäre. So viele ideenreiche Leute, die die Flinte bereits ins Korn geworfen haben. So viel Wissen von der Front, das einfach so brach liegt. Und so wenig Vertrauen das diesen Menschen entgegengebracht wird!

Doch was können wir ändern? Wie sollten wir in diesem turbulenten Marktumfeld bestehen ohne Druck aufzubauen? Wir müssen doch Zahlen schreiben, wir müssen doch effizienter werden, wir müssen doch digitalisieren, wir müssen doch dies und müssen das… Kein Wunder, dass der Druck einfach immer weiter nach unten gereicht wird. Doch irgendwann ist die Leiter zu Ende! Die, die das Kundenversprechen umsetzen, sind die Leidtragenden! Sie sind die Letzten! Die, die über das was gemacht wird, erst am Schluss über das Intranet informiert werden, die, die organisatorisch einfach von hier nach dort verschoben werden, die, die jetzt nach irgendeinem neuen, scheinbar agilen Modell arbeiten müssen und ab sofort alles andere fallen lassen sollen, die, die von heute auf morgen in schöne neue Büros ziehen müssen und ab sofort total anders arbeiten…

Da braucht es keinen Doktorabschluss um zu sehen dass irgendwas ganz gehörig stinkt, nicht? Warum passiert das noch so? Warum findet Veränderung praktisch immer top down statt? Warum müssen wir kontrollieren statt Freiraum zu schaffen um Veränderung auf natürliche Art und Weise zuzulassen? Warum machen wir durch Druck Menschen krank, statt ihnen Freiraum und Vertrauen zu schenken und unsere Entwicklung mitzugestalten? Warum holen wir sofort externe, teure, namhafte Consultants, die letztendlich das Wissen bei genau diesen «Letzten» holen um dann top down Massnahmen vorzuschlagen?

Wie wärs, wenn wir einfach mal alles umdrehen? Wie wärs, wenn die strategischen Fragen durch interdisziplinäre Gruppen aus diesen «Letzten» in jeweils kurzer Zeit von innen nach aussen (damit meine ich mit vorhandenem Wissen, der Besten die das Unternehmen eigentlich zu bieten hat) unter stetigem Einbezug der Führung iterativ entwickeln? Ganz nach dem Motto learn fast, fail cheap? Eigentlich das, was jede Firma letztendlich ja will…

Als ich crativ GmbH gegründet habe, setzte ich mir zum Ziel genau dieses Phänomen auf eine ganz andere Art und Weise anzupacken. Unser Motto «CULTURAL CHANGE THE OTHER WAY AROUND» stellt die «Letzten» in den Mittelpunkt und macht sie zu den «Ersten», dies gemeinsam mit den «Obersten». Und es funktioniert Leute, es ist unglaublich! Scheinbar spricht es sich herum, denn es hätte nicht besser losgehen können. Egal ob Veränderung aus technologischer Sicht, aus räumlicher Sicht, aus kultureller oder organisatorischer Sicht, Veränderung bleibt Veränderung und bewegt Menschen. Lasst uns daher mit diesen Menschen die Veränderung gemeinsam gestalten anstatt sie damit krank zu machen.

Ihr wollt wissen wie? Dann diskutieren wir es doch gleich zusammen, zum Beispiel am 9. Office Symposium der Witzig The Office Company das sich am 13. September in Zürich just mit dem Thema Gesundheit auseinandersetzen wird. Meldet euch an es lohnt sich!  

In diesem Sinne freue ich mich, dich kennenzulernen.


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