Ein Beitrag von Ruggero

Februar 2019

Warum wir lernen sollten miteinander zu lernen…

Letzte Woche durfte ich beim Migros-Genossenschafts-Bund ein Impulsreferat zum Thema Digitale Kompetenz halten und da habe ich mir gedacht, die Reflektion passt eigentlich zu jedem Unternehmen gleichermassen.

Die Ausgangslage ist überall dieselbe… IT bringt ständig neues Werkzeug auf unsere digitale Arbeitsumgebung. Und in jedem IT Projekt ist meistens auch ein Teil Schulung vorgesehen. Doch wie haben wir denn unsere Arbeitsweise an die neuen Umstände angepasst? Und es ist ja nicht nur IT die ständig was neues bringt. Plötzlich haben wir schöne, neue, fancy Offices - genannt Arbeitswelten - und die Organisationsform soll möglichst agil werden…

Wie adaptieren wir diese neuen Rahmenbedingungen? Und ganz offen gefragt, trotz all den Neuerungen… Welche Tools definieren denn unseren Alltag?

Ich wage zu behaupten Outlook, Outlook und PowerPoint! Workflows benachrichtigen mich tagtäglich… per Mail… schnell noch die Präsi schicken, dann ist’s für mich erledigt… per Mail… das Protokoll vom Meeting rauslassen… per Mail… eine Info an das ganze Team… per Mail… eine kleine Umfrage… per Mail… und warum? Weil es im Moment einfach ist, raus ist raus! Weil wir das schon seit eh und je so tun! Aber es ist eigentlich ein totaler Schwachsinn! Alle wissen es und trotzdem tun wir das tagtäglich. Am Morgen kommen wir und das erste was wir tun. Wir starten Outlook und lassen uns von diesem ganzen Schwall einfach so verschlucken!

Und wenn wir dann schon von neuen Tools sprechen… Wann haben wir das letzte Mal eine Bedienungsanleitung gelesen? Wann haben wir «Zeit» investiert neues auszuprobieren? Unsere Arbeitsweise mit neuen Möglichkeiten auch im Team auszutesten? Wir haben gar keine Zeit dafür, weil wir ja mit unserem Mailschwall beschäftigt sind…

So kommen wir zur Gretchenfrage. Wie bilden wir uns «digital»? Und warum unterscheiden wir zwischen Privat und Geschäft?

Ich mach euch ein kleines Beispiel. Vor fast zehn Jahren konnte ich für die Swisscom Skype einführen, ja wir haben den Telekömmlern das Telefon weggenommen! Mehr dazu findet ihr übrigens in der #WorkSmart Publikation «Menschen verbinden». Was mir dabei auffiel, war wie die Leute darauf reagiert haben, ich meine die, die Stunk machten, die so taten, wie wenn das unlernbar sei! Aber wenn ich die Leute fragte: «hei hast du privat schon mal geskyped?» Dann kam, ja ja, weisst du mit meinem Sohn der in Amerika ist, mit Video und so… Aber im Geschäft… ein riesen Theater, weil wir das Telefon ausstecken!

Der Unterschied ist frappant. Privat, wenn wir wollen, dann informieren wir uns einfach, wir googlen, wir youtuben, wir fragen unsere Kinder, wir gehen in Foren… einfach so «selbstorganisiert»… Und im Geschäft? Da verlangen wir vom Arbeitgeber, dass er uns bildet! Wir bekommen dann Webinare, langweilige Schulungen wovon wir nur einen Bruchteil nutzen, dann haben wir noch die schönen aufgezwungenen eLearnings und zum Schluss werden wir noch von der IT belehrt, wie wir zu arbeiten hätten, damit es auf die Tools passt…

Warum machen wir das? Warum geht das nicht auch selbstorganisiert? Warum erwarten wir vom Arbeitgeber, dass er mit Adoption & Change Programmen mühsam und mässig erfolgreich uns zu Fabrikarbeiter macht? Deshalb meine Hypothese: «In jedem Unternehmen ist mindestens ein Drittel der Mitarbeitenden digital affin» Warum lernen wir also nicht von ihnen? So wie wir es privat auch tun? Und für die Arbeitgeber, warum nutzt ihr dieses grosse Potenzial nicht? Wer hat schon Bock auf eLearnings? Da hat’s unterdessen viel coolere Sachen um zu lernen.

Ihr fragt wie? Macht eure Knowledge Manager zu Knowledge Networker. Baut Communities auf und aktiviert eure Leute. Ihr wollt ja keine Fabrikarbeiter, ihr wollt ja selbständige, engagierte Unternehmer, oder?

crativ GmbH hat sich genau auf diese Art der Aktivierung fokussiert. Von innen heraus. Eben «cultural change the other way around» denn wir müssen wieder «lernen miteinander zu lernen» in Gemeinschaften, Wissensnetzwerke bilden, neues kennenlernen, sei es methodisch wie auch technologisch um damit Nutzen zu stiften für uns selbst und für unsere Unternehmen. So teilen wir effektiv unser Wissen, gestalten unsere Zukunft und multiplizieren die Zeit…

In diesem Sinne, lasst uns etwas rebellisch sein, es ist einfacher als man denkt…

Es Grüessli vu de Lenzerheid 🌞


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