Ein Beitrag von Ruggero

März 2020

Alpha oder Beta?

Wie auch kleine Teams sich neu definieren könnten - wenn sie wollten! Oder warum losemer eigentlich immer uf die wo am lütischte brüeled?

Diese Woche begegneten wir einer eher traurigen Situation. Eine voll committete, leidenschaftliche Mitarbeiterin wurde hinausgestellt, weil sie die Zusammenarbeit im Team hinterfragte! Ja das gibt’s auch noch im 21. Jahrhundert!

Dies ist ein klarer Fall von Alpha Organisation (Inspiriert von diesem Buch). Eine sagt wos durchgeht und alle anderen sollen gefälligst kuschen. Ideen sind gut, solange sie vom Alpha kommen, sonst; haben wir schon versucht, ist uninteressant, passt nicht in unser Konzept, der Aufwand ist zu gross, keine Zeit… bla, bla, bla…

Wenn in einem kleinen Team in einer solchen hierarchischen Aufstellung eine Angstkultur herrscht, ist das Team tot. Das Unternehmen macht sich abhängig, vo däne wo am lütischte brüeled. Im Wort TEAM ist kein I… so sollte einer Unternehmensführerin sofort auffallen, wenn erstens nur jemand in einem Teammeeting berichtet und alle anderen wie Lämmli dasitzed… und insbesondere wenn dieses jemand dann Aussagen macht wie «I sacrificed sooo much to make this all happen» im gleichen Atemzug dann eine Runde macht für Feedback und sobald sich jemand meldet dann in Abwehrhaltung meint «I won’t tolerate such things anymore»… Got it? Alles in Ich-Form… kein wie… wo bleibt da das Team? Alles nur Fassade… wir bauen auf die good Vibes, treten als hip und cool auf aber dann hintenrum schikanieren wir dann unsere eigenen höchst committeten Leute?

Erfolg kommt nie dank einer einzelnen Person im Team! Vielleicht hat eine Person eine besondere Gabe, die sie in ihrer Rolle auch top wahrnimmt, das heisst aber noch lange nicht, dass andere Mitarbeitende keinen Beitrag zum Erfolg leisten oder gar von dieser Person lernen sollen. Ohne Team wäre nämlich nicht mal die Toilette sauber! So sind wir beim Thema. Stellt euch vor in euerem kleinen Team sind alle Unternehmer, nicht  eine einzelne Person! Es herrscht eine offene Feedback und Fehlerkultur. Meetings sind dafür da Spannungsfelder gemeinsam zu lösen, nicht im Konsens, sondern in der Lösung des Problems! Alle handeln in ihrer Rolle im Sinne der Unternehmung und nicht nach Befehl. Opportunitäten werden einfach angegangen, ausprobiert, getestet,  weitergeführt oder auch mal fallen gelassen… Das ist nachhaltig, skalierbar, wertschätzend, aufbauend, erfüllend, höchst motivierend und authentisch. Das spüren auch die Kunden! Das multipliziert den Erfolg. Es geht nicht um das Ego eines einzelnen, es geht schliesslich um ein Unternehmen.

Wir haben festgestellt, dass auch in solch kleinen Teams massiv Handlungsbedarf ist in die Veränderung zu gehen und einen Schritt weg vom Alpha, hin zum Beta zu wagen. Dazu ist nicht viel nötig! Es bedarf einzig dem Willen sich für die Zukunft zu wappnen, das Potenzial der Mitarbeitenden freizusetzen und etwas Mut loszulassen. Zwei, dreimal drei Stunden Invest alle zusammen… dann die ausgearbeiteten Massnahmen testen, dann wieder ein, zwei Stunden Reflektion, chli schrübele… dann wieder testen und repeat… schon nach wenigen Iterationen läuft es wie geschmiert, das Commitment der Leute steigt signifikant und wirkt sich entsprechend positiv auf die Wahrnehmung der Kunden aus…

Aber es brucht halt es Sprüngli über de eigeni Schatte… Die wo wönd sind immer die erste… Alphas und Egos sind da meistens die wo hine aastönd…

In diesem Sinne probiereds us oder lönd alles bim Alte. De Puck isch bi eu…

Cheers

Ruggero


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