Ein Beitrag von Ruggero

Juli 2020

Mal Ernst! Wann ist agil, agil?

Während wir mit crativ GmbH nach etwas emotionalem Schlittern, die Kurve gekratzt haben, uns neu erfunden haben, ein neues und doch so nahes Geschäftsfeld aufgebaut haben, zur Weiterbildungsinstitution wurden, letztendlich unsere Initiative die Digitalisierung in die Bündner Bergtäler zu bringen sogar durch die Schweizer Berghilfe unterstützt wurde, konnten wir in den letzten zehn Wochen hunderte von Menschen in die digitale Zusammenarbeit begleiten. WIR HABEN EINEN IMPACT! In Schulen, in der Verwaltung, in Unternehmen, in abgelegenen Tälern, ja sogar über die Grenze hinaus. Und alles Online! Aus der Lenzerheide… Darauf können wir stolz sein und die Wertschätzung, die wir kriegen, ist das Benzin einfach weiter so richtig Gas zu geben. #blessed #proud #crativhalt

Unsere neuen Weeklys auf dem Bike, tragen zu einem coolen Teamspirit bei und auch wenn Skeptiker sagen würden, das geht gar nicht… es geht! Wir verbinden Fun, Sport, Leidenschaft, Kreativität und Business einfach «the other way around»… WORK-LIFE-BONDING wür da d’Nadia säge… also auch hier haben wir uns entwickelt und vorwärts gedacht. #justdoit #greatteam #challengeyourselfeveryday

Wir haben dann in den wieder anziehenden Projekten auch andere Erlebnisse gehabt, mit Muster, wiederkehrend, in unterschiedlichen Vorhaben. Da ist uns etwas so richtig bewusst geworden und das beschäftigt uns seit einigen Wochen. Wir hören immer wieder «wir sind agil!» wir arbeiten mit Irgendeinerschiessmichtodmethode und entwickeln für und mit unseren Kunden agil… schon wieder dieses agil… doch mal Ernst! Wann ist agil, agil?

Ist agil, wenn wir in Zweiwochensprints Deliverables aus einem Vertrag den wir über ein Jahr geschrieben und massiert haben, abwickeln? Ist agil, wenn wir Auftraggeber - Auftragnehmer miteinander spielen? Ist agil, wenn der Projektcontroller täglich per Knopfdruck alle Reports sehen kann um wasserfallmässig zu sehen, wo wir genaustens im Budget stehen? Ist agil, wenn wir im Kalender jede Woche ein Sprintmeeting eingetragen haben und dann doch nicht so richtig klar ist wer den Lead hat?

Wir wagen zu behaupten, das ist alles andere als agil, obwohl alle sagen oder meinen, wir sind jetzt agil… Es reicht nicht in der Umsetzung agil zu sein! Was geht denn ab bis dahin? Eine Analyse? Ein Konzept? Eine Vorstudie? Eine ewige Vertragsverhandlung mit Legals und Textabschnitten, die kein Mensch mehr versteht? Wir denken, hier machen viele Unternehmen einen krassen und teuren Denkfehler. Einen der dann Projekte in unmögliche Situationen und Erwartungshaltungen führt, bevor sie überhaupt beginnen können. Seien wir ehrlich… die Vorstudie, der Studie, des Konzepts, für den Vertrag, der die Grundlagen definieren soll, um dann ein Projekt agil zu führen, ist einfach reine Zeitverschwendung und koste tuet sie au na wienes Gwehr und all die Ziit wo verlöölet wird… unglaublich.

Wo ist da das Menschliche geblieben? Das Evolutionäre? Das Agile? Worauf baut das eigentlich alles auf? Wie könnte das pragmatisch gehandhabt werden? Wie muss das von Beginn weg gelebt sein? Genau hier haben wir als crativ GmbH unsere Stärken. Wir sind nicht die, die mit Irgendeinerschiessmichtodmethode umsetzen, nein wir sind genau die, die es braucht um zu Beginn auf eine pragmatische, auf Vertrauen basierte, strategisch sinnvolle, Beziehung aufzubauen. Eine iterative Arbeitsweise zu etablieren, denn was in dem Vertrag steht, wird genau nach einem Monat total über den Haufen geworfen. Weil in dieser Zeit entsteht Entwicklung… gemeinsam… Durch Erfahrungen handeln wir entsprechend, passen uns an, ändern, verbessern, lernen, gehen weiter, streichen etwas, das nicht funktioniert… Das kann keine Studie, kein vorgängig geschriebenes Konzept alles abfangen… unmöglich! Wir müssen zu Beginn EIN Team sein, miteinander, mit Facilitators, die das Team vorwärts entwickeln. Nicht ein Projektleiter der nur da ist, um die Deliverables vom Vertrag mit dem tatsächlich gemachten zu vergleichen und Changerequests in die Pipe zu geben und dann den Projektplan immer und immer und immer wieder anzupassen.

Wir glauben nicht daran, mit den altbekannten Methoden, erfolgreich vermeintlich agile Projekte abzuwickeln. Es muss da vorher etwas passieren. Ganz am Anfang. Strategisch vorgedacht, dann aber den Leuten als EIN Team zur Realisierung überlassen. Entwickelnd, Partnerschaftlich, miteinander. Nicht Auftraggeber gegen Auftragnehmer. Finanziell clever abgeschätzt. Gutfeeling, zusammen, etwas wo das ganze Team dahinter steht und dann vollgas geben kann. Dann stimmts. Dann haben wir die Chance auf einen gemeinsamen Erfolg… dann können wir vielleicht von agil sprechen… Wir glauben eine weitere neue Rolle aufgedeckt zu haben in der wir einen IMPACT haben werden!

Erzähl uns von deinen Erfahrungen in vermeintlich agilen Projekten, lass uns hören wie ihr damit umgeht, wir sind gespannt…

In diesem Sinne, wünschen wir euch allen einen agilen Sommer ;)

Cheers

Ruggero


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